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Scripted Reality - das Lügen TV
Donnerstag, den 15. September 2011 um 10:44 Uhr
"Mitten im Leben - Deutschland privat" - unter diesem Titel läuft seit mehreren Jahren eine recht erfolgreiche Dokumentationsserie auf dem privaten TV-Sender RTL. Die Sendung zeigt das Privatleben verschiedener, in Deutschland lebender, Menschen und Familien. Nach einer kurzen Einführung in die Lebensgeschichte der im Mittelpunkt stehenden Personen, begleitet das RTL Kamerateam diese durch ihren Alltag. Zum Schluss der Sendung folgt in der Regel ein Happy End. Friede, Freude, Eierkuchen.
Das ist "Mitten im Leben", wie es der naive Zuschauer, aus RTL Sicht, sehen und glauben soll. Die Wahrheit sieht anders aus. "Mitten im Leben - Reality nach Drehbuch" wäre vielleicht ein passenderer Titel für die quotenstarke Pseudo-Dokumentation, deren Erfolg vor Allem auf unterhaltsamen, skurrilen und oft auch amüsanten Drehbüchern und gezielter Suche nach passenden Darstellern beruht. Möglichst verwildert, fett und asozial sollten die Hauptdarsteller der jeweiligen Folgen sein. Neben Müttern die nicht mit ihren Kindern klar kommen und auch nicht wissen, wer der Vater der selbigen ist, eignen sich auch Messies und Punks wunderbar als Grundlage für eine erfolgreiche Sendung.
Doch "Mitten im Leben" ist nicht das einzige TV-Format, das auf derartige perfide Methoden setzt. Nahezu das gesamte Nachmittagsprogramm von RTL, Pro7 und anderen TV-Anstalten basiert auf vorgespielter Realität. Während die TV Sender die Lüge am Zuschauer mit der Aussage abtun, dass dieser Realität und Fiktion einfach auseinander halten könnte, zeigen Studien dass dem nicht so ist. So ergab eine repräsentative Untersuchung des Meinungsforschungsinstitutes Ipsos, dass gerade einmal 45% der Zuschauer bemerken, dass die Handlung der gezeigten Sendungen frei erfunden ist. Mehr als die Hälfte der befragten 1000 Teilnehmer erkannte das gezeigte Material nicht als "Scripted Reality" oder hatte Probleme Wahrheit und Fiktion auseinander zu halten.
Scripted Reality: vom Casting bis zum Lügenfernsehen
Die folgende "Panorama" Dokumentation des Norddeutschen Rundfunkes informiert über die (moralisch) fragwürdigen Methoden von RTL, VOX, Pro7 und Co. Es wird gezeigt, wie Castingagenturen gezielt nach geeigneten Gesichtern Ausschau halten und wie die TV Anstalten teils nicht nur den Zuschauer sondern sogar die später im Fernsehen gezeigten Personen belügen und betrügen, nur um möglichst echte Emotionen einzufangen.
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Kommentare
Ich finde es okay wenn man eine wirklichen Geschichte nachspielt, auch wenn es ausziet wie eine Dokumentaire. Aber dass muss mann deutlich zeigen, z.b. am ende die 'Schauspieler' erzahlen lassen das dies nicht ihre eigene erlebnissen sind aber das es lustig wahr es zu spielen.