Menschen richtig schröpfen bei KIK

Kunde ist König, oder kurz KIK. Unter diesem pragmatisch gewähltem Name gründete Jost-Stefan Heinig, in Zusammenarbeit mit der Unternehmensgruppe Tengelmann, im Jahre 1994 eine, mit über 3000 Filialen, inzwischen doch recht weit verbreitete Textil Discounter Kette, welche in den vergangenen Monaten für ein großes Medieninteresse und viele Negativschlagzeilen sorgte.

 

Bereits im Jahr 2007 verkündete der, auf sein Unternehmen und seine Leistungen stolze KIK Gründer, in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Welt, dass KIK den deutschen Textilmarkt gezielt durch niedrige Preise verändere, dass man nirgendswo billiger einkaufen könne als bei KIK und das es problemlos möglich sei, sich in jeder seiner Filialen für weniger als 30 Euro komplett einzukleiden.

Schon damals war Heinig, der nach seinem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Handelsassistenten gemacht hatte, um schlagfertige Antworten nicht verlegen und erklärte, dass er ruhigen Gewissens Kinderjeans für 4,99 Euro verkaufen könne, da sein Unternehmen angemessene Löhne auszahle und die Einsparungen vor Allem auf den Verzicht von Zwischenhändlern und teuren Lagerstätten zurückzuführen seien.

 

Doch wenn ein Unternehmen in der Lage ist 20 000 Mitarbeiter "angemessen" zu bezahlen, Hosen für unter fünf Euro zu verkaufen und dennoch einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro zu erwirtschaften, stehen zwangsläufig einige Fragen im Raum: Wie hoch muss ein Gehalt sein, damit es "angemessen" ist? Wer und wo sind die Menschen, die für so wenig Geld Hosen und andere Textilwaren produzieren und scheinbar trotzdem gut von dieser Arbeit leben können? Warum ist Stefan Heinig so medienscheu, wenn er nichts zu verbergen hat? Und wenn alles, was er gesagt hat stimmt, warum bewirbt er sich dann nicht um den Posten des Bundesfinanzministers?

 

Auf einige dieser Fragen fanden die Reporter von ARD Exklusiv eine Antwort:

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Löhne von unter 5 Euro pro Stunde, auch für leitende Tätigkeiten. Keine Heizung. Keine Müllabfuhr. Taschenkontrollen nach Dienstschluss. In Bangladesch nähen Frauen 9 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche - für einen Monatslohn von 20 Euro. Eine Arbeiterin beklagt sich über Zustände, "schlimmer als im Gefängnis, dort darf man wenigstens mit dem Nachbarn sprechen". Menschen, die 54 Stunden pro Woche arbeiten, 52 Wochen pro Jahr. Ein Kind, dass fast gestorben wäre, weil seine Eltern nicht genügend Geld verdienen, um sich einen Arzt leisten zu können - und in Deutschland: Ein Chef, den das alles nicht interessiert.

 

Kleidung clever kaufen bei KIK?

 

Kommentare

avatar Lars
0
 
 
hmm, sieht ja auch schon recht freundlich aus der herr heinig
http://tiny.cc/ia2i0
avatar Sandra T.
0
 
 
Klare Antwort. Wer das gesehn hat und dann noch bei KIK einkauft hat wohl kein Gewissen.
avatar Sebastian Z.
0
 
 
Heuchler! Mit Quicksilver-Rucksack in Bangladesch unterwegs!

"Im November 2007 wurde Quicksilver von der Organisation „China Labor Watch“ als Ausbeuterbetrieb eingestuft; die chinesischen Arbeiter müssten bis zu 420 Stunden pro Monat arbeiten und das für einen „Hungerlohn“ von etwa 48 cents pro Stunde. " http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/firmenliste/quicksilver?DokuWiki=062478488a99c47f3cceeaa6a5797caa


avatar colo
+1
 
 
ich kaufe nix bei KiK. Mir tun die Leute leid. Keiner sollte da mehr kaufen!!
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