Aspartam und Co: lecker und giftig

Schon vor längerer Zeit berichteten wir über den US-amerikanischen Biotechnologiekonzern Monsanto, der mit seinen recht skrupellosen Geschäftstaktiken die Gesundheit von vielen Millionen Menschen, Tieren und Pflanzen aufs Spiel setzt und viele Landwirte in den finanziellen Ruin treibt.

 

Mit diesem Artikel wollen wir ein Thema aufgreifen, in das neben Monsanto auch weitere große Firmen wie BASF und Bayer sowie die Regierungen der großen Industrienationen verstrickt sind, nämlich die Frage danach, mit wie vielen gesundheitsschädlichen Stoffen wir alltäglich konfrontiert werden und was für Folgen diese für unsere Gesundheit haben. Grundlage für diese Auseinandersetzung ist eine Videodokumentation des TV-Senders ARTE, mit dem Titel "Unser täglich Gift". Sie zeigt auf, dass die Frage, was wichtiger ist - die Gesundheit der Menschen oder der Profit von Biochemiekonzernen - oft nicht zu Gunsten unserer Gesundheit entschieden wird.

 

Der Film informiert über aktuelle Forschungsergebnisse sowie über das Vorgehen namenhafter Konzerne, die Studien in Auftrag geben, deren Ergebnisse schon vorher feststehen: Alles ist ungefährlich, nichts schadet der Gesundheit und die Massenproduktion dieser und jener neuen Chemikalie sollte sofort beginnen.

 

Aspartam - denn Zucker ist ungesund?

Eines der zentralen Themen der Dokumentation ist die Frage nach Zusatzstoffen in Lebensmitteln. Neben dem wohl meistverbreitetsten Geschmacksverstärker Glutamat, welcher nachgewiesenermaßen Gehirnzellen zerstört, hat es auch ein Stoff namens Aspartam geschafft, den Markt zu erobern. Aspartam, eine Zusammensetzung aus Aspartat und Phenylalanin, ist der wohl meist eingesetzte Süßstoff überhaupt. Aspartam sorgt dafür, dass so genannte Light-Produkte, also z.B. zuckerfreie Cola oder Süßigkeiten, nicht weniger süß schmecken, als jene Produkte die Zucker enthalten. Aspartam, in Zutatenlisten oft auch unter den Namen "E951", "Neotam" oder "AminoSweet" aufgeführt, wurde bereits 1965 von einem amerikanischen Chemiker entdeckt und 1981 als Lebensmittelzusatz (unter dem Namen "Nutra-Sweet") in den USA zugelassen. Die Süßkraft des Stoffs ist bis zu 200 mal so groß wie die von herkömmlichem Haushaltszucker.

 

Die Erfolgsgeschichte des Stoffes sucht ihresgleichen. Aspartam ist heute in über 6000 handelsüblichen Produkten enthalten. Im folgenden seien nur mal einige wenige Beispiele genannt: in Coca Cola/Fanta/Sprite/Mezzo Mix Zero und vielen anderen Erfrischungsgetränken (Powerade, Red Bull, Pepsi, ...), in nahezu allen im Handel erhältlichen Kaugummis (Airwaves, Orbit, Extra, Wrigleys Spearmint, ...) und Zahnpastas, in vielen Bonbons und Süßigkeiten (Ricola, Fisherman's Friend, Pulmoll, nimm2, ...), Joghurts und Puddings (Bauer, Müller Milch, ...), in Milchgetränken (Actimel, Müller Milch, ...) und sogar in Arzneimitteln (neo-angin, Grippostad, Aspirin, Imodium akut, ...) ist der Süßstoff zu finden. Diese Liste könnte man nahezu endlos so weiterführen und kaum jemand von uns wird in seinem Haushalt kein Produkt finden, dass den Stoff nicht enthält.

 

Ist Aspartam gesundheitsschädlich?So weit, so gut, möchte man meinen? Ein zuckerfreier Süßstoff, der unseren Gaumen auch in geringer Konzentration viel Vergnügen bereitet. Doch dieser Eindruck trügt und wer sich eine Weile mit dem Thema beschäftigt, wird schnell zu dem Schluss kommen, dass herkömmlicher Zucker vielleicht doch das kleinere Übel ist. Denn schon in den 1980er Jahren war Aspartam umstritten. Viele unabhängige Studien zeigen, dass Aspartam Gehirnzellen angreift und schwere Nervenschäden verursachen kann. Übelkeit, Erbrechen, Depressionen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Krebserkrankungen und epileptische Anfälle können durch den Stoff ausgelöst werden. Diese erschreckenden Forschungsergebnisse unabhängiger Wissenschaftler lassen nur eine Frage zu: Warum ist Aspartam überhaupt als Süßstoff in Lebensmitteln erlaubt?

 

Diese Frage führt unweigerlich zu einem weiteren Kernthema des Dokumentarfilms "Unser täglich Gift": den Zulassungsverfahren für Lebensmittelzusätze.

 

Zulassungsverfahren: die erlaubte Tagesdosis

Ob ein Stoff für Lebensmittel geeignet ist oder nicht, bestimmen Zulassungsbehörden auf Basis von Studien. In den USA ist die FDA (Food and Drug Administration), in Europa die EFSA (European Food Safety Authority) dafür zuständig, festzulegen, ob ein Stoff zum Verzehr freigegeben wird und wenn ja, in welchen Mengen dies unbedenklich ist. Um diese Beurteilung vorzunehmen führen die Hersteller der Stoffe selbst Studien durch, um die so genannte Erlaubte Tagesdosis (ETD) zu bestimmen. Die ETD gibt in Milligramm je Kilogramm Körpergewicht an, welche Menge eines Stoffes ein Mensch täglich zu sich nehmen darf. Zwar mag dies für den Laien im ersten Moment sehr wissenschaftlich fundiert klingen, doch die Festlegung der ETD-Werte ist von Willkür geprägt und berücksichtigt viele mögliche Negativfaktoren nicht.

 

Um den ETD-Wert für einen Stoff zu ermitteln führen die Konzerne Tierversuche durch, bei denen zuerst die sogenannte LD50-Dosis ermittelt wird. Hierbei geht es darum, die Menge des Stoffes zu ermitteln, die dafür sorgt, dass im Versuch die Hälfte der Population der Versuchstiere stirbt. Im zweiten Schritt der Studie versucht man dann jene Dosis (NOAEL-Wert) zu ermitteln, bei der sich im Tierversuch gar keine Wirkung zeigt. Dieser Wert, durch einen Sicherheitsfaktor von 100 geteilt, ergibt dann die zulässige Tagesdosis für den Menschen.

 

Kritisiert wird an diesem Verfahren, dass bei vielen Stoffen unklar ist, ob sie im Körper einer Ratte nicht vielleicht ganz anders abgebaut werden, als in dem eines Menschen. Desweiteren ist fraglich, ob der willkürlich festgelegte Sicherheitsfaktor von 100 nicht viel zu niedrig kalkuliert ist, denn es gilt auch noch zu bedenken, dass Menschen sehr unterschiedlich sind. Ein weiteres großes Problem ist, dass bei der Bestimmung der ETD keine Wechselwirkungen mit anderen Stoffen berücksichtigt werden. Man lässt also den so genannten "Cocktail-Effekt" vollkommen außer acht. Jedem, der schon einmal den Beipackzettel eines Medikamentes gelesen hat, sollte aber klar sein, dass es sehr viele Stoffe gibt, die für sich allein genommen harmlos sind, aber eine starke Wirkung entfalten können, wenn sie zusammenkommen. Es müssen also sehr viele Ratten für die Festlegung eines Wertes sterben, der letzten Endes mehr Fragen als Antworten liefert. Und als wäre dieses Vorgehen nicht schon fragwürdig genug, werden die betreffenden Studien auch noch von den Herstellern selbst durchgeführt und auf deren Grundlage entscheiden FDA, EFSA und weitere Gremien darüber, ob ein Stoff zugelassen wird oder nicht. Die Studien sowie ihre Ergebnisse sind ebenso geistiges Eigentum der Produzenten wie auch die in ihnen thematisierten Stoffe. Es gibt also keine Transparenz und für die Öffentlichkeit keine Möglichkeit einen Einblick in das Vorgehen der Konzerne und in die durchgeführten Tierversuche zu bekommen. Die Qualität der herstellereigenen Forschungen ist somit eher fraglich. Dies ist kritisch, denn in einer schlecht und billig durchgeführten Studie werden schnell Effekte und Wechselwirkungen übersehen, was zur Festlegung eines zu hohen NOAEL-Wertes und folglich auch einer zu hohen ETD führen kann. Die vorliegende Dokumentation prangert weiterhin an, dass viele Hersteller die Kontrollbehörden schlicht mit Forschungsergebnissen überfluten. Quantität statt Qualität führt dazu, dass FDA und ESFA gar keine Chance haben, die Ergebnisse wirklich gewissenhaft auszuwerten, denn dies würde Monate oder gar Jahre dauern. Hinzu kommt auch noch, dass viele Mitglieder der ESFA und FDA Verträge mit jenen Konzernen haben, die die Stoffe entwickeln und die Studien vorlegen. Ihnen Befangenheit vorzuwerfen liegt also sehr nahe.

 

Aspartam - ein Nervengift

Für Aspartam legte die FDA im Jahr 1980 eine Erlaubte Tagesdosis von 40mg je Tag fest. Zwar wurde der Wert anfänglich selbst von Mitgliedern der FDA angezweifelt, doch die Diskussionen wurden letzen Endes im Zuge des Austauschs von Mitarbeitern und von Regierungsmitgliedern beendet. Die EFSA übernahm den ETD-Wert der FDA ohne weitere Nachforschungen. Inzwischen gibt es viele unabhängige Studien, die zu dem Schluss kommen, dass Aspartam gesundheitsschädlich ist. Die Studien der Hersteller sprechen hingegen immer eine andere Sprache und sind letzten Endes für die Risikobewertung entscheidend. Würde man einer unabhängigen Studie Glauben schenken, müsste man Aspartam verbieten und selbst Fehler einräumen. Dies würde zu Milliardenverlusten führen und die Arbeit der Kontrollbehörden in Frage stellen. Und wer sägt schon gern an dem Ast, auf dem er sitzt? Als Verbraucher ist es wohl die klügste Entscheidung, auf eine gesunde Ernährung zu achten und eher noch ein paar Gramm mehr Zucker in Kauf zu nehmen, als in Chemielaboren hergestellte Süßstoffe zu konsumieren.

 

Von Plastikverpackungen und Pestizidrückständen auf Lebensmitteln

Auch Lebensmittel, denen keine Geschmacksverstärker oder Süßstoffe zugesetzt werden, sind mit Chemikalien belastet. Auf Obst und Gemüse findet man Rückstände von Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden. Bei Bauern, die täglich mit den Giften umgehen müssen, ist Parkinson inzwischen eine anerkannte Berufskrankheit, die durch den häufigen Kontakt mit den Giften ausgelöst wird. Eine neuere Studie zeigte kürzlich, dass sich in unserem Blut im Schnitt Rückstände von 212 Chemikalien nachweisen lassen, von denen oft nicht klar ist, welche Auswirkungen sie auf den menschlichen Körper haben und vor allem wie sie in Kombination miteinander wirken. Neben den genannten Pestiziden ließen sich auch Antioxidanzien und Weichmacher im Blut nachweisen, die zumeist in Kunststoffen enthalten sind. Bisphenol A ist ein solcher Stoff. Studien zeigten, dass dieser Stoff bei Ratten, denen eine Konzentration verabreicht wurde, die 200 mal kleiner ist als die für den Menschen erlaubte Tagesdosis (ETD), Brustkrebs verursacht. In Kanada wurde kürzlich verboten, dass Bisphenol A in der Produktion von Babyfläschchen verwendet werden darf. Hierzulande gelten derartige Regelungen nicht und die in Europa zuständigen Stellen halten den Stoff ebenso wie Aspartam für unbedenklich.

 

Unser täglich Gift

Diese Informationen sollten nur ein Vorgeschmack dessen sein, was euch nun in der Dokumentation "Unser täglich Gift" erwartet. Schaut sie euch an, überdenkt euer eigenes Konsumverhalten und regt auch andere Leute dazu an, es euch gleich zu tun. Denn wenn Politik und Kontrollbehörden versagen, liegt es an uns Verbrauchern uns selbst zu schützen und zu versuchen möglichst wenig dieser für uns giftigen Stoffe zu uns zu nehmen.

 

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Kommentare

avatar Cola
-4
 
 
Ich trinke auch weiterhin Cola Light. Mir geht's prima.
avatar Jutta
+2
 
 
Ich meide generell alles wo ich ein großes "E" in der Zutatenliste finde.
avatar K U.
+1
 
 
Mmh um Glutamat mach ich schon seit längerem einen großen Bogen, das mit dem "Aspartam" ist mir neu.
avatar Rüdiger
+3
 
 
Ergänzend sei mal darauf hingewiesen, dass es zwar als wahrscheinlich gilt, dass Aspartam Gesundheitsschädigungen hervorrufen kann, bewiesen ist das aber nicht. Es sind alles nur Vermutungen und die Mengen die wir zu uns nehmen sind schon sehr gering. Ich halte Bisphenol A für einen wesentlich gefährlicheren Stoff als Aspartam.

Nichts desto trotz ist Aspartam umstritten und da es um die Gesundheit vieler Menschen geht, wäre es vernünftig, den Stoff nicht zuzulassen, bis das eindeutig geklärt ist. Und mit geklärt meine ich eine Klärung durch unabhängige Institute und nicht nur durch die Hersteller der Stoffe selbst.
avatar Fry
0
 
 
Ich hab mal gelesen, dass derartige Stoffe auch in Duschbädern und sowas drin sind. Ziemlich erschreckend, wenn man bedenkt, dass man sich das direkt auf die Haut macht, am ganzen Körper
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