bW (2): Ziele und echte Ziele


Dies ist ein Gastbeitrag von Katja Barnatz  aus Hamburg . Vielen Dank!


Die braune Woche

Nachdem wir gestern mit einem eher humoristischen Einstieg in die braune Woche gestartet sind, wollen wir uns heute mit einem ernsteren Thema beschäftigen: den Zielen und vor allem den "echten" Zielen der NPD.

 

Ziele und "echte" Ziele?

Schnauze vollIm Gegensatz zu anderen Parteien, muss man bei der rechtsextremen NPD zwischen offiziellen und inoffiziellen Zielen der Partei unterscheiden. Die offiziellen Ziele sind in der Regel jene, die auch im Wahlkampf angesprochen werden. Hierbei bedient sich die NPD vor allem sozialer Probleme. Die Wahlplakate der national orientierten Partei knallen dem potentiellen Wähler im aggressivem Rot entgegen. Slogans wie "Schnauze voll!" drücken aus, was der Bürger im sozial schwachen Gebiet denkt und fühlt. Und genau in diese sozialen schwachen Gebiete, hängt die Neonazipartei den überwiegenden Teil ihrer Plakate. Offenbar sucht man sich genau die Wähler, für die sich die anderen Parteien scheinbar nur unzureichend oder gar nicht interessieren.

Hatz IVSchlagworte wie "Hartz IV" und "Arbeitslosigkeit" prägen den Wahlkampf der antidemokratischen Partei. Die Gestaltung der Plakate und Flyer erinnert oft an die Propagandadarstellungen des dritten Reichs. Beschäftigt man sich intensiver mit dem Wahlprogramm der NPD, fällt auf, dass dieses meist auf Lösungsansätze verzichtet. Die Partei kritisiert, stellt aber keine Ideen zur Lösung der Probleme vor. Das ist aber auch nicht nötig, denn "Schnauze voll", zieht nicht nur rechts orientierte Bürger, sondern vor allem "Protestwähler" (bitte zum Unwort des Jahres erklären!) an und somit ist der NPD auch weiterhin der Zulauf an Neuwählern gesichert.

 

Im Wahlkampf gibt sich die NPD also sozial, kameradschaftlich und gesellschaftsorientiert.

 

 

Einige der NPD Wahlplakate geben dem potentiellen Wähler aber doch die Illusion einer Problemlösung: "Grenze dicht!".

Grenze dichtUnd genau dieser Slogan lässt auch vermuten, worum es der NPD in Wirklichkeit geht. Denn innerhalb der Partei regiert immer noch die gleiche Ideologie und Kriegsfaszination, welche bereits dem dritten Reich seinen verabscheuungswürdigen und angsteinflößenden Charakter verlieh. Ausländer und vor allem Juden sind die erklärten Feinde, der Aufbau des vierten Reiches das erklärte Ziel. Die drei großen 'H's (Himmler, Hitler, Hess) gehören genauso zu den Vorbildern der rechtsextremen Szene, wie die noch lebenden Zeitzeugen, welche nach fast 70 Jahren immer noch nicht verstanden haben, dass sie Teil eines Regimes waren (und im Geiste blieben), welches nichts als Leid über die Welt brachte. Diese Altnazis zählen für die NPD nicht nur als wichtige Geldgeber, sondern werden von den jungen Neonazis (z.B. beim jährlichen NPD Pressefest in Dresden, Sachsen) gefeiert und bejubelt - man sieht sie als die letzten noch lebenden Vorbilder.

 

Ziele und "echte" Ziele  -  Wahlkampf und 4. Reich. Die folgenden Videos sollen die genannten Fakten untermauern und ergänzen. Betrachtet man sich die klaffenden Unterschiede zwischen offizieller und wirklich gewollter Politik, wird klar, was die NPD wirklich ist: eine demokratiefeindliche Partei im demokratischen Staat, mit dem Ziel ein viertes Reich zu Schaffen - getreu der Vorgehensweise der großen NSDAP Vorbilder: "Von den Dörfern in die Städte!"

 

 

Ein ehemaliger NPD Führer packt aus

Im folgenden Video gibt Jürgen Gerg, ein ehemaliger NPD Führer, Einblick in das Leben der rechtsextremen Jugend.

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Verhalten am Wahlkampf und Verhalten innerhalb der Neonazi Szene

Wahlstände von CDU und SPD wurden von Neonazis angegriffen, ein Wahlhelfer zusammengeschlagen. Am eigenen Wahlstand trifft man auf scheinbar anständige, in Anzüge gekleidete, junge Menschen, welche sogar Haare auf dem Kopf haben.

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Die "Dresdner Schule"

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Abschließen möchten wir diesen Artikel mit einer erschreckenden Liste von NPD-eigenen Gesellschaftsnormen. Der moderne Neonazi hält sich nicht an Gesetze oder gesellschaftliche Grundregeln des Umgangs - die NPD hat ihre eigenen "Gebote":

 

Die "zehn Gebote für Kameraden" (Quelle: 1. Video)

  1. Glaube!
  2. Gehorche!
  3. Kämpfe!
  4. Sei treu!
  5. Sei kameradschaftlich
  6. Arbeite an Dir!
  7. Sei verschwiegen!
  8. Sei tapfer!
  9. Sei stolz!
  10. Sei erbarmungslos!

 

 


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bW (3): Die Neonazis


Dies ist ein Gastbeitrag von Katja Barnatz  aus Hamburg . Vielen Dank!


Die braune Woche


Neonazi Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln, Bomberjacke und darin eine brutale, meist etwas beleibtere Schlägerglatze. So stellen sich wohl die meisten Leute den durchschnittlichen Neonazi vor und für viele mag das auch nach wie vor stimmen. Doch ein Wandel hält Einzug in die braunen Kader. Die NPD will ihr Image aufbessern und weg vom Ruf der sozialen Außenseiterpartei. Deshalb werden die Rechtsextremen seit einer Weile dazu angehalten, sich „netter“ zu kleiden und zu präsentieren – zumindest dann, wenn es drauf ankommt. Trugen die Neonazis in der Vergangenheit vor allem Bomberjacken der Marken Lonsdale und Consdaple, wird nun die Marke „Thor Steinar“ (erkennbar am Aufdruck irgendwelcher Runen und am Firmenschriftzug auf der Kleidung) bevorzugt .

Nach außen hin versucht man sich also harmlos zu verkaufen, doch die Menschen in der Kleidung bleiben trotz neuer Aufmachung die Gleichen. Und was das für Leute sind, wollen wir im Folgenden näher erläutern.

Wie wird man Neonazi und warum?
In der Regel wird kaum ein Jugendlicher aus nationaler, gut durchdachter Überzeugung zum Rechtsradikalen. In der Regel sind es Leute, die aus sozial schwachen Gefilden kommen, denn in selbigen herrscht ein rauer Umgangston und es fehlt an Aufklärung und Vorwissen. Viele Jugendliche geraten über Freunde und Bekannte ins rechtsradikale Spektrum oder durch die Erziehung der national orientierten Eltern. Wem von Geburt an erzählt wird, dass Ausländer böse sind und der Krieg ein toller Kampf um die deutschen Rechte in Europa war, der wird nicht allzu schnell auf die Idee kommen, die anerzogene Meinung in Frage zu stellen.
In jungen Jahren, vor allem während der Pubertät, in der Phasen existieren, während denen man sich gern als Rebell fühlen möchte, ist der Mensch sehr beeinflussbar. Dieser Tatsache ist sich auch die NPD bewusst. Und so tritt die rechtsextreme Partei vorwiegend an Kinder und Jugendliche heran. Sie schaffen Freizeitmöglichkeiten wie Jugendclubs, Zeltlager und Singabende. Für einen desorientierten, pubertären Jugendlichen, der zu Hause, auf Grund der eher schlechten Familienverhältnisse, nur angebrüllt wird, stellen all diese Dinge gute Zufluchtspunkte dar. Bei den Veranstaltungen selbst bekommen die noch minderjährigen, potentiellen, zukünftigen Neuwähler dann den ersten Schliff verpasst, indem man vor allem soziale Aspekte anspricht und der „deutschen Lebensweise“ frönt. Deutsche Lieder gesungen, man unterhält sich, es entsteht eine Kameradschaft in der sich die Jugendlichen wohler fühlen als im besagten Elternhaus. Bis diese Jugendlichen das 18. Lebensjahr erreichen und damit im wahlfähigen Alter sind, hat die NPD nun Zeit, ihnen die wichtigsten Meinungen ins Hirn zu hämmern: „Ausländer und Linke sind böse, sie sind Schuld an all unseren Sorgen“, „Geh NPD wählen!“, „Die Juden sind an allem Schuld!“, „Strebe nach dem Aufbau des vierten Reichs!“.

Im folgenden Video wurden einige Rechte während einer Demonstration interviewt. Besonders die Aussagen im ersten Teil des Videos zeigen auf erschreckende Art und Weise, was Fehlprägung und geschichtliche Desinformation anrichten können.

 


Frauen in der NPD

Wie bereits oben beschrieben, versucht das rechtsradikale Spektrum für die Öffentlichkeit „wählbarer“ zu erscheinen, indem man weniger bedrohlich wirkt.
So fällt auch auf, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Frauen bei der NPD mitmischen.
Frauen wirken familienfreundlich, weich, zart und ungefährlich – man traut ihnen meist nicht zu, dass sie für ein System eintreten, welches für den Völkermord an sechs Millionen Juden verantwortlich ist. Und genau diese ungefährliche Ausstrahlung macht sich das rechtsradikale Spektrum nun zu Nutze, um für die eigenen Reihen zu werben.




Eine Neonazimutter

Das nachfolgende Video zeigt eine nationalsozialistisch orientierte Mutter, welche ihre Wohnung mit SS-Runen, Hakenkreuzflaggen und Hitlerportraits tapeziert hat. Sie tritt entschlossen für den Nationalsozialismus ein und macht dabei keinen Halt vor der Erziehung ihrer siebenjährigen Tochter.
Ein Blick ins Kinderzimmer des Kindes gibt Aufschluss darüber, was bereits jetzt im Kopf der Tochter vorgehen muss. An der Wand befinden sich Schmierereien von toten Juden, sogar ein Giftfass mit der Aufschrift „Zyklon B“ hat das Kind an die Wand gekritzelt.
Inzwischen ermittelt der Verfassungsschutz gegen die Frau.



Landser – Volkshetze und Gitarren

Wie lassen sich Gefühle besser transportieren als mit Musik und Kunst?
Besonders Rockmusik mit lauten Gitarren und schnellen Schlagzeugrhythmen ist in der Lage Aggression zu Schaffen, Leute aufzurütteln und Gedankengut einprägsam zu vermitteln.
Das folgenden Video berichtet vom Bandleader der Band „Landser“ (inzwischen „Lunikoff“), welchen die  NPD inzwischen zum Partei-Musikwart ernannt hat. Seine Band publizierte in den vergangenen Jahren verfassungsfeindliche Musik für die Ohren junger Rechtsradikaler. Seht selbst:


Udo Voigt – „es waren nur 340 Tausend“


Abschließen möchten wir diesen Beitrag mit einem Mann, der sich selbst zum neuen Führer ernannt hat. Udo Voigt ist der vorsitzende der NPD und hat im folgenden Video etwas zu sagen, was in der Öffentlichkeit zur Festnahme und Anzeige geführt hätte…






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bW (4): 12-6=NPD, das Rezept


Dies ist ein Gastbeitrag von Katja Barnatz  aus Hamburg . Vielen Dank!


Die braune Woche

Das Rezept für eine rechtsextreme Partei, mit viel Mut die eigenen Wähler zu belügen und wenig Intelligenz um es unauffällig umzusetzen:

Man nehme:

- 9,2% der Wählerstimmen bei der sächsischen Landtagswahl
- 12 Sitze des sächsischen Landtags
- ein paar falsche Wahlversprechen
- einen starken, wenn auch etwas verwirrten Führer namens Holger Fallobst
- 11 durch Zufall bestimmte Abgeordnete
- einen großen Packen organisatorische Unfähigkeit
- ein Hitlerbekenntnis
- einen Haufen Kinderpornografie
- eine Schusswaffe
- den Willen Steuergelder in große, teure Autos zu verwandeln

Alles in einen großen, braunen Topf geben, ordentlich durchrühren und dann so lange stehen lassen, bis die Brühe faulig wird.

Bon Appetit!


Was bisher geschah:


Am 19. September 2004 erzielte die rechtsextreme NPD 9,2% der sächsischen Wählerstimmen bei der Landtagswahl. Somit standen der NPD im neuen Dresdner Landtag zwölf Abgeordnetenplätze zur Verfügung.
Hochmütig und zu allen Schandtaten bereit, zog der braune Kader in den Landtag ein, doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.
In den folgenden Monaten schaffte es die NPD, aus zwölf Abgeordneten sechs zu machen.

Das Drama begann mit dem NPD Abgeordneten Matthias Paul, auf dessen Rechner die Staatsanwaltschaft kinderpornografische Inhalte sicherstellte. Dummerweise war das eine Form von Publicity, die die NPD überhaupt nicht gebrauchen konnte. Denn seit Jahren sprach man sich doch für die Todestrafe für Kinderschänder aus. Matthias Paul verließ die Partei.

Kurze Zeit später sprangen die Abgeordneten Mirko Schmidt, Jürgen Schön und Klaus Baier ab. Sie hatten kein Interesse mehr daran in einer Partei mitzuwirken, welche die Wähler nach Strich und Faden belügt. Im Wahlkampf hatte sich die NPD als bürgernahe Partei hingestellt, welcher es nicht um die eigene Brieftasche, sondern um die Durchsetzung, der im Wahlkampf vorgestellten, Ziele geht. Die drei Aussteiger verließen die Partei, weil es dann scheinbar eben doch nur um Macht, Posten, teure Autos und Geld ging. Sie waren nicht länger bereit, die Lügen der NPD auf ihren Schultern mitzutragen.


Als nächstes wurde Klaus Joachim Menzel der Partei verwiesen. Jener hielt es für nötig sich in der Öffentlichkeit zu Hitler zu bekennen und eine Waffe in den Landtag zu schmuggeln.


Die NPD knockt sich nach und nach selbst aus dem Landtag und Holger Apfel muss nun erkennen, dass die zufällige Auswahl von Landtagsabgeordneten wohl ein eher unpassendes Mittel zum Aufbau einer Fraktion ist, welche seine Partei eigentlich weiter nach vorn bringen sollte.

In einem Brief an seine Kameraden schreibt Apfel: „Ich kann selber gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte“ (Zitat von Max Liebermann, welchen die NSDAP eigentlich nicht so toll fand).

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Zusammenfassend kann man sagen, dass die NPD eine verlogene, zwielichtige und vor allem fehlorganisierte Partei zu sein scheint, welche nicht nur ihre Wähler, sondern sogar ihre eigenen Abgeordneten belügt.

 

 

Die NPD gibt sich als SPD aus

Wie verlogen die NPD wirklich ist, zeigt sich auch im folgenden Video. Scheinbar hielt man es für nötig, die Räumlichkeiten für den NPD Landesparteitag in Niedersachsen unter falschem Namen anzumieten. Als „SPD“ und als „landwirtschaftlicher Verein“ wollten die Braunen in zwei verschiedenen Einrichtungen Räume mieten. Man ist sich wohl dessen bewusst, das man als „NPD“ nicht willkommen ist.

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